Trotz alledem
Friedenswochen 2026
"Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden",
so prophezeite Bert Brecht in seiner Rede für den Frieden bereits 1952.
Fast ein dreiviertel Jahrhundert später laufen die Kriegsvorbereitungen in Deutschland und anderen Ländern schamlos in aller Öffentlichkeit: Während der Rotstift im Gesundheitsbereich, bei den Renten, beim Klimaschutz, in der Bildung ... angesetzt wird und hart erkämpfte Errungenschaften des Sozialstaates gestrichen werden, steigen die Ausgaben für die Militarisierung aller Lebensbereiche, für die Aufstockung der Bundeswehr und für Waffen in einem nie geahnten Ausmaß. Gewinner sind die großen Rüstungsunternehmen, insbesondere der Rheinmetall-Konzern mit rund 42 Milliarden Euro aus dem sog. "Sondervermögen". Aufrüstung und Erstschlagsfähigkeit werden als "Verteidigungsmaßnahmen" verkauft, kaum jemand stellt dies in Frage.
Das Motto der Friedenswochen 2026 stellt eine andere Sichtweise in den Mittelpunkt:
"Couragiert widerständig"
Denn es wichtig, das wir uns gegenseitig stark machen, gegen den Strom zu schwimmen. Nicht nur verbale Angriffe auf Kriegsgegner:innen nehmen zu. Wer sich für zivile Konfliktlösungen einsetzt, wird schnell als feige denunziert. Dabei braucht es Mut und Widerstandsgeist, sich gegen Aufrüstung und Krieg zu stellen und sich dem Dienst an der Waffe, dem Krieg und dem Töten zu verweigern.
Couragierten Widerstand gibt es!
Das zeigte die spanische Regierung mit ihrer Weigerung, den USA Überflugsrechte zu gestatten. Das zeigen Millionen Menschen, die in den letzten Monaten gegen die Militarisierung, gegen Waffenexporte in Kriegsgebiete und gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen auf die Straße gegangen sind. Das zeigen die Schüler:innen mit ihren Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Das zeigen Hafenarbeiter, die Waffenexporte verhindern. Das zeigen Trambahnfahrer, die keine Bundeswehrwerbung durch München fahren.
Mit den Friedenswochen wollen wir den Widerstand gegen die "Kriegstüchtigkeit" stärken und Wege zu Friedensfähigkeit und zivilen Konfliktlösungen aufzeigen. Jede/r kann dazu beitragen.
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